Atomic Blonde
von David Leitch – USA 2017 – 115 Min.
Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer wird die MI6-Agentin Lorraine Broughton nach Berlin geschickt. Zusammen mit David Percival, ihrem örtlichen Kontaktmann des britischen Geheimdienstes, soll sie den Tod eines Geheimagenten aufklären. Es geht um eine hochbrisante Liste mit Namen von Agenten, Doppelagenten, Überläufern und Verrätern, an der gleich mehrere Dienste ein Interesse haben. Die politischen Bezüge dienen nur der Dekoration und spielen eine Nebenrolle; interessanter sind der Schauplatz und die aktuelle Situation, in der sich alles auflöst, die Orientierung verlorengeht, alte Grenzen verschwinden und sich neue auftun.
Ein mit reichlich Action gepfeffertes Spionage-Thriller-Ragout; gekocht in Ost- und Westberlin in den wirren Zeiten des Mauerfalls und mit landestypischen Zutaten aus der russischen-amerikanischen-deutschen-englischen-französischen Genreküche angerichtet. Also mit vielen Köchen, die diesmal aber nicht den Brei verderben, sondern daraus ein schmackhaftes und sattes Kinoerlebnis bereiten. Dazu dann noch der Soundtrack mit den Klassikern der 1980er-Jahre. Eine (Sex-)Bombenrolle für Charlize Theron: allein gegen alle; cool und emotionslos. Vorlage des Films ist die Graphic Novel „The Coldest City“ von Anthony Johnson und Sam Hart.