Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

von Claus Räfle – D 2017 – 110 Min.

Berlin 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Der Film schildert ein weitgehend unbekanntes Kapitel des jüdischen Widerstands während der Zeit des Nationalsozialismus. Es sind authentische Personen und Begebenheiten. Das Drehbuch basiert auf Interviews, die mit Zeitzeugen geführt wurden. Einfühlsam, beklemmend und mitunter humorvoll verweben der Regisseur und seine Co-Autorin die Spielfilmhandlungen mit Interviewausschnitten und Archivaufnahmen zu einem dichten, emotional bewegenden Ensembledrama.

Es geht aber nicht nur um das Schicksal der Juden, sondern auch um den erstaunlichen Mut einiger Deutscher, die ihnen geholfen und sie versteckt haben. Der richtige Film zur richtigen Zeit also. Eine Geschichte von „Helden des Alltags“. Auch wenn es sich hier um eine historische Begebenheit handelt, so verweist sie doch schmerzlich treffend direkt in unsere Gegenwart. Angesichts der aktuellen Situation sind solche „Helden“ mehr denn je gefragt.