Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Lady Bird

von Greta Gerwig – USA 2017 – 94 Min.

Eine in jeder Hinsicht gelungene und überzeugende Coming-of-Age-Geschichte. Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Christine „Lady Bird“ McPherson aus Sacramento. Ihr Alltag im sonnigen Kalifornien besteht aus High-School-Routine, Familientrouble und ersten ernüchternden Erfahrungen mit Jungs. Kein Wunder also, dass sie davon träumt, flügge zu werden. In der Schule legt sie sich gerne mit den Autoritäten an und rebelliert mit Leidenschaft und Dickköpfigkeit gegen die Enge in ihrem Elternhaus. Doch allzu leicht macht ihre Mutter dem ebenso eigenwilligen wie aufgeweckten Teenager die Abnabelung nicht, und so ziehen alle beide zwischen Trotz, Wut und Resignation immer wieder sämtliche Gefühlsregister.

„Lady Bird“ streift die gesamte Klaviatur dieses Genres: das nicht ungetrübte Familienleben, der Stress in der Schule, die verzweifelte Suche nach dem idealen Studienplatz, die Bindungen an die ‚engste Freundin’ und die Erfahrungen mit dem ‚ersten mal’ bei den Jungs. Im Focus des Geschehens steht allerdings die emotional ergreifende, ungewöhnlich intensive Mutter-Tochter-Beziehung, die eine nachfühlbare Alltagsrealität widerspiegelt. Die umwerfende Leistung der Hauptdarstellerin und der persönliche und originelle Blick der Drehbuchautorin und Regisseurin wurden international mit mehreren Preisen und Anerkennungen bedacht.