PAWO
von Marvin Litwak – D/Indien 2016 – 117 Min.
Eine in der aktuellen Filmlandschaft außergewöhnliche Produktion. Das Spielfilmdebüt des Dortmunder Regisseurs ist eine deutsch-indische Koproduktion und wurde in Indien gedreht, bei der nicht nur die Finanzierung abenteuerlich war. PAWO bedeutet auf Tibetisch „Held“ und basiert auf einer wahren Geschichte. Der Film zeichnet das Leben des jungen Tibeters Jamphel Yeshi nach, der sich 2012 aus Protest gegen die andauernde Besatzung Tibets durch China selbst anzündete. Die Dramaturgie räumt dem beschwerlichen, risikoreichen und gefährlichen Fluchtweg durch das Himalaya-Gebirge einen zentralen Part ein. Den Kontrast dazu bilden dann die engen, unüberschaubaren Gassen der tibetanischen Enklave in Delhi.
Martin Litwak wurde 2012 durch einen SPIEGEL-Artikel auf die erschütternde Geschichte seines Protagonisten aufmerksam. Zwei Jahre später begann er mit den Dreharbeiten auf der Grundlage einer Crowdfunding-Kampagne. Alle mitwirkenden Darsteller sind Laien. PAWO hat es international zu Festivalerfolgen gebracht. Dem Film ist zu wünschen, dass er im gängigen Mainstream-Kino den Platz findet, der ihm gebührt: Eine in jeder Hinsicht bemerkenswerte, herausragende Ensemble-Leistung von Buch und Regie, Darsteller und Kamera.