A Beautiful Day
von Lynne Ramsey –USA 2017 – 90 Min.
Joaquin Phoenix spielt einen brutalen, am Alltagsleben gescheiterten Ex-Militär, der sich für heikle und oft mit Gewalt verbundene Aufträge engagieren lässt. Der Kriegsveteran ist ein emotionales und psychisches Wrack. Als er sich verpflichtet, ein junges Mädchen aufzuspüren, das entführt oder vermisst wird, ahnt er nicht, in welches Dickicht von Korruption, Macht und Vergeltung er gerät: in die skrupellosen Machenschaften eines Kinderhändlerrings. Die Grenzen zwischen den Kriminellen, den Politikern und den Cops, zwischen Freund und Feind, sind fließend. Es wird nicht lange und umständlich diskutiert, sondern gleich (mit dem Hammer) geschlagen oder geschossen.
Ein starkes und nur schwer zu ertragendes Stück ultrabrutales Kino. Wir lernen einen Typen kennen, den wir eigentlich nicht kennenlernen möchten. Der Actionheld rückt uns so nah auf die Pelle, dass man unwillkürlich zurückweicht, wenn er uns in Nahaufnahme näherkommt. Besonders intensiv und verstörend sind jene Momente, in denen der Film nicht nur die brutale und unwirtliche Alltagsrealität des Killers abbildet, sondern sie vermischt mit alptraumartigen Erinnerungen oder surrealem Wunschdenken.