Euphoria
von Lisa Langseth – S/D/GB 2017 – 104 Min.
Seit Jahren hatten die Schwestern Ines und Emilie keinen Kontakt mehr zueinander. Jetzt aber erhält Ines eine dringliche Einladung Emilies, sie auf einer mysteriösen Europareise zu begleiten. Sie willigt ein, wenn auch widerstrebend. Erst als sie ihr Ziel erreichen, ein geheimnisvolles Schloss inmitten einer abgelegenen Waldlichtung, begreift Ines, warum Emilie sie an genau diesen Ort geführt hat – hier kann man sich so von seinem Leben verabschieden, wie man es wünscht. Sechs Tage bleiben den Schwestern sich mit ihrer bewegten Vergangenheit, die sie auf völlig unterschiedliche Lebenswege geführt hat, mal temperamentvoll, mal melancholisch auseinanderzusetzen. Marina, die Leiterin des außergewöhnlichen Anwesens, wird dabei für die Schwestern zu einer vermittelnden Instanz.
EUPHORIA ist ein atmosphärisch dichter, emotionaler und spannender Film, in dem dunkle Geheimnisse, Lügen und Verrat dreier starker Frauen eine wichtige Rolle spielen. Ein feinnervig komponiertes Drama über Familie, Leben und Vergänglichkeit. Die Geschichte ist von zeitloser Qualität. Ort und Zeit spielen keine Rolle; die Protagonisten sind austauschbar. Wäre der Film in Schwarzweiß gedreht, so könnte man ihn für einen Ingmar Bergman-Klassiker aus den 1960er-Jahren halten.