Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

The Man Who Killed Don Quixote

von Terry Gilliam – Spanien u.a. 2018 – 133 Min.

Eine sehr eigenwillige Adaption der klassischen fantastischen Abenteuergeschichte von Miguel de Cervantes’ Roman “Don Quijote de la Mancha”.

Der zynische Werbefilmer Toby triff während der Dreharbeiten in Spanien auf einen alten spanischen Schuhmacher, der sich für Don Quixote hält. Die beiden erleben eine Reihe absurder Abenteuer, in deren Verlauf Toby sich den tragischen Auswirkungen eines Films stellen muss, den er in seiner Jugend gedreht hat – Ein Film, der die Hoffnungen und Träume eines kleinen spanischen Dorfes für immer verändert hat.

Ein surrealer, vielschichtiger Film – mitunter aber eine Geschichte und/oder eine Schicht zuviel. Von der Realitätsebene der Dreharbeiten aus zurück in die Vergangenheit und danach gleich in die nahe Zukunft. Erinnerungen, Visionen und Träume vermischen sich kontinuierlich. Ein opulentes, üppiges Visualisierungskonzept mit schrägem Humor, leichter Ironie, derber Komik und Albernheit irritiert, ist aber gleichzeitig auch äußerst unterhaltsam.

Der hyperaktive, überdrehte Film blickt auf eine der längsten und kompliziertesten Entstehungsgeschichten der Filmhistorie zurück. Dass diese Produktion fast 30 Jahre nach ihren Anfängen im zehnten Anlauf letztendlich fertiggestellt wurde, ist eine bemerkenswerte Leistung, die man sich auf der großen Leinwand im Kino nicht entgehen lassen sollte. Allein schon das Spiel des Star-Ensembles ist eine Kinokarte wert. So unbeirrt, wie Don Quixote sich den Herausforderungen stellte, kämpfte Terry Gilliam trotz seiner katastrophalen Produktionsgeschichte für diesen Film. Im wahrsten Sinne des Wortes ein „Wahnsinns-Unternehmen“. Der „Edle Ritter“ war bekanntlich im Kopf etwas verwirrt. Und das war auch der Ausgangspunkt für Chronologie und Dramaturgie des Films.