Porträt Horst Schäfer
Wertung: kann man sich ansehen

Werk ohne Autor

von Florian Henckel von Donnersmarck – D 2018 – 189 Min.

Florian Henckel von Donnersmarck ist ein überschätzter Regisseur. Den Oscar für sein Debütwerk „Das Leben der Anderen“ erhielt er m. E. nicht wegen seiner Regiekünste, sondern weil es ein verdammt gutes Drehbuch gab, das er mit hervorragenden Darstellern umsetzen konnte.

Der Film „Werk ohne Autir“ über einen ostdeutschen Künstler, der sich nach seiner Flucht in die BRD mit seinen Kindheits- und Jugenderlebnissen aus NS- und SED-Zeit herumschlagen muss, orientiert sich an der Biographie Gerhard Richters. Die gesamte Handlung wirkt hüftsteif; immer muss irgendwas bewiesen werden. So beispielsweise die Hintergrundinformationen zu einzelnen Werken von Richter. Besonders schade: die quirlige, mitunter chaotisch-kreative Szene der Düsseldorfer Kunstakademie gleicht einem Panoptikum mit den sprechenden Köpfen von Beuys, Uecker etc. Das hätte weitaus authentischer und interessanter vermittelt werden können – und unterhaltsamer! Aber das war und ist wahrscheinlich auch nicht die Welt des selbstgefälligen Regisseurs.