Porträt Horst Schäfer
Wertung: kann man sich ansehen

The House That Jack Built

von Lars von Trier – Dänemark 2018 – 155 Min.

Lars von Trier erzählt bildreich die Geschichte eines hochintelligenten Serienkillers namens Jack im Zeitraum von zwölf Jahren aus seiner Perspektive. Jack betrachtet jeden einzelnen seiner Morde als Kunstwerk und tauscht sich mit seinen Gedanken regelmäßig mit einem mysteriösen Gesprächspartner namens Verge aus. Während die Polizei dem Killer über die Jahre immer dichtet auf den Fersen ist, geht Jack immer größere Risiken ein, denn er ist noch nicht zufrieden mit seinem Werk. Sein Ziel ist das ultimative Kunstwerk: eine Kollektion all seiner Morde, manifestiert in einem von ihm selbst gebauten Haus.

Wie immer, so spaltet Lars von Trier auch diesmal das Publikum, von der Kritik sogar als „halb psychologische Quatsch, halb philosophischer Kitsch“ (Zeit) abgetan. In den Gesprächen mit Verge spielen die eigenwilligen Reflexionen des Protagonisten zu verschiedenen Bereichen der Kultur- und Kunstgeschichte eine zentrale Rolle. Jack sieht sich als „Künstler“ und der Regisseur liefert dazu grelle passende Bilder und Filmausschnitte. U.a. zeigt er einen historischen Filmmitschnitt, der den jungen Glenn Gould zeigt, der virtuos am Klavier Bach interpretiert. Die Diskussionen zwischen Jack und Verge über den Mord als Kunstform sind als Gleichsetzung des Massenmörders mit einem großartigen Künstler einfach geschmacklos. Und davon hat der Film einiges zu bieten.