Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Sibel

von Cagla Zenciri und Guillaume Giovanetti – Türkei u.a. 2018 – 95 Min.

Die 25-jährige Sibel lebt mit ihrem Vater, dem Bürgermeister, und ihrer jüngeren Schwester Fatma in einem kleinen Dorf in einer ländlichen Gegend der Türkei. Weil sie nicht sprechen kann, sondern sich nur durch Pfeiflaute verständigt, und kein Kopftuch trägt, sondern stattdessen mit einem Gewehr über die Schultern ihre Besorgungen erledigt, sieht sie sich tagtäglich Anfeindungen ausgesetzt. Als sie im nahegelegenen Wald einen Deserteur der türkischen Armee trifft und sich um ihn kümmert, verschlimmert sich ihre Situation. Den Mann halten die Dorfbewohner für einen Terroristen. Sibel wird bedroht und angegriffen, selbst ihr Vater wendet sich von ihr ab. Doch Sibel beugt sich nicht länger den traditionellen Konventionen und wächst über sich hinaus.

Immer wieder gelingt es dem Kino jenseits des Mainstreams außergewöhnliche und eindringliche Geschichten zu erzählen. Hier geht es um eine Selbstbehauptung in einer konservativen, nahezu archaischen Gesellschaft der heutigen Türkei. Ein Film mit großen, wunderschönen Kinobildern und betörend schönen Landschaften. Auf internationalen Festivals mit Preisen und Auszeichnungen bedacht.