Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Joker

von Todd Phillipps – USA 2019 – 122 Min.

Gotham City 1981: Der gesellschaftliche Außenseiter Arthur Fleck lebt zusammen mit seiner Mutter Penny in einem schäbigen Apartment. Arthur, der seit seiner Kindheit selbst in unpassendsten Situationen anfängt, laut zu lachen, arbeitet als Partyclown, träumt aber von einer Karriere als Stand-up-Comedian. Sein großes Vorbild ist Murray Franklin, der eine Late-Night-Show moderiert, in der er gerne auftreten würde. Für ihn ist es eine Art Vaterfigur, da er selbst ohne Vater aufgewachsen ist. In einer pflegebedürftigen Mutter sieht er seine beste Freundin Sie hat ihm auch den Kosenamen Happy gegeben. Arthur führt ein sozial isoliertes Leben und wird von seinen Mitmenschen verspottet oder diskriminiert. Als seine psychotherapeutische Behandlung gestrichen wird und er keine Medikamente mehr erhält, verliert er zunehmend den Verstand. Seine von Schmerz und Wut geprägten Aggressionen richten sich gegen sein Umfeld, da in den Straßen Rücksichtslosigkeit und Gewalt herrschen. Der Großindustrielle Thomas Wayne, der gerne Bürgermeister werden möchte, verhöhnt die Armen und Obdachlosen, die sich zusammentun, mit Clown-Masken durch die Stadt ziehen um zu plündern und sie in Brand setzen.

Der streitbare Film, dem eine stressige Produktionsgeschichte voranging, wurde bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, was vor allem dem souveränen Hauptdarsteller Joaquin Phoenix zu verdanken ist, der seinen prominenten Bösewicht zwischen Opfer- und Täterstatus von überlieferten Rollenvorbildern und Klischees befreien konnte.