Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Morgen sind wir frei

von Hossein Pourseifi – D 2019 - 97 Min.

Iran, Februar 1979: Die Revolution hat das Land von der Monarchie befreit, der Schah tritt ab, die ‚Islamische Republik’ wird ausgerufen. Geflohene Dissidenten kehren zurück. Darunter auch Omid, der seit 12 Jahren in der DDR lebt und mit seiner deutschen Frau Beate und ihrer gemeinsamen Tochter Sarah glücklich ist. Zusammen mit seiner Familie möchte er nun helfen, den Iran zu einem stolzen und friedlichen Staat aufzubauen, doch ihre Hoffnung wird schon bald erschüttert. Denn während Beate schon früh feststellen muss, dass das dortige Leben eine Anpassung von ihr fordert, die sie nicht bewältigen kann, sieht auch bald Omid, dass die nun herrschenden radikal-islamischen Kräfte das Land nicht etwa stärken, sondern den Menschen genau das nehmen, was er sich so sehr wünscht: Freiheit!

Die Geschichte des Films beruht auf wahren Begebenheiten. Fern von Klischees oder überzeichneter Dramatik wird der Konflikt zweier Menschen deutlich, die aus verschiedenen Kulturen stammen und die sich ihren Werten und Grundsätzen nie ganz entziehen können. In einer fatalen Abwärtsspirale zeigt der Film konsequent die islamische Umformung des Staates zu einem totalitären Gottesstaat. Und in dieser Deutlichkeit verweist er auf die aktuelle Gegenwart. Da der Film nicht im Iran gedreht werden konnte, werden historische Originalaufnahmen eingesetzt, um den Zuschauern das Gefühl der Authentizität zu vermitteln.