Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Der Leuchtturm

von Robert Eggers – USA 2019 – 99 Min.

Klaustrophobisches Kino auf engstem Raum im klassischen 1.37:1 Format und in

Schwarzweiß. Schauplatz eines archaischen Duells zweier dem Wahnsinn naher Männer ist ein Leuchtturm-Außenposten an der Küste Nordenglands 1801. Sie werden auf eine einsame Insel gesandt, um eine marode Leuchtturmanlage zu warten und in Betrieb zuhalten. Zur Zeit der Jahrhundertwende an der rauen Atlantikküste eine wichtige Aufgabe, die sich mehr und mehr in einen Überlebenskampf wandelt. Die zwei extrem unterschiedlichen Charaktere – dargestellt von Willem Dafoe und Robert Pattinson – prallen ungebremst aufeinander, und als ein nicht enden wollender Sturm über sie hinwegzieht, wird aus psychologischen Sticheleien schon bald ein brutaler Nervenkrieg, der zu körperlichen Aggressionen eskaliert. Regisseur Eggers („The Witch“, 2015) schrieb auch das Drehbuch dieses stürmischen und aufbrausenden Psychodramas. Beeinflusst von literarischen Klassikern aus der Feder Herman Melvilles und Robert Louis Stevensons ebenso wie von übernatürlichen Märchenmerkwürdigkeiten H. P. Lovecrafts und Algernon Blackwoods vereint er Einflüsse und Referenzen auf seine unnachahmliche Art und Weise und findet dabei einen ureigenen Stil. Es könnte aber auch ein Film des jungen Ingmar Bergmans sein nach einer Vorlage von Jean-Paul Sartre.