Bombshell – Das Ende des Schweigens
von Jay Roach – USA/Kanada 2019 – 109 Min.
Ein Film über die Macht der Medien und die der Politik, über Trennendes und Gemeinsamkeiten, über Sieger und Verlierer, Täter und Opfer. Die Absicht, dies in Form eines Polit-Thrillers zu vermitteln, scheitert. Statt cooler Analyse werden Hochglanz-Bilder gezeigt, wie aus den Illustrierten, die in den Wartezimmern herumliegen.
Im Focus des Geschehens stehen drei blonde, attraktive, sexy Frauen, wobei Megyn Kelly, das Aushängeschild von Fos News, den Ausgangspunkt bildet. Ihr Typ ist beim konservativen Nachrichtensender gefragter als investigativer Journalismus und unbequeme Fragen. Als sie sich vor laufenden Kameras mit dem Präsidentschaftsbewerber Donald Trump anlegt, hat sie keine Rückendeckung ihres Senderchefs zu erwarten, denn dieser ist mit Trump befreundet.
Weitere Protagonistinnen sind Kellys gestandene Kollegin Gretchen Carlson, die sich weigert, noch länger die „TV-Barbie“ zu geben, sowie die ehrgeizige Redakteurin Kayla Pospisil, die ihrem Aufstieg ihrer Bereitschaft verdankt, nach einem Meeting hinter verschlossenen Bürotüren zu bleiben.
Insgesamt ein unentschlossener Film, der mit Tempo die mangelnde Logik des Geschehens kaschiert. Denn gerade dieser Film, der auf Vorgängen beruht, die einige Jahre zurückliegen, hätte mit seiner Starbesetzung Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie die Chance gehabt, mit konzentrierter Dramaturgie und aus der Distanz heraus die Mechanismen zu entlarven, die in unseren aktuellen Alltag hineinreichen. Für ein kinotaugliches Spektakel reicht es jedoch allemal.