The Royal Train
von Johannes Holzhausen – Österreich/Rumänien 2019 – 94 Min.
Margareta von Rumänien (geb. 1949) gilt als die „Hüterin der Krone“, einer Monarchie, die es längst nicht mehr gibt. Seit Jahren betreibt sie in der Republik Rumänien mit großem, manchmal komischen, meist bierernstem Protokoll Lobbyarbeit für eine Rückkehr ihres Hauses an die Staatsspitze.
Der „Königliche Zug“ spielt dabei eine wesentliche Rolle. Nach historischem Vorbild fährt Margareta mit ihrer Entourage im Salonwagen durch das Land und wird von den Menschen gefeiert, für die das Königshaus ein bedeutender Identitätsfaktor ist. Johannes Holzhausens Dokumentation zeigt mit leiser Ironie die Anstrengungen, die rund um die Reise in die Vergangenheit gemacht werden. Auf den Routen des königlichen Zugs macht sein Film die Bruchlinien europäischer Geschichte der Moderne erkennbar und erzählt davon auf aufschlussreiche und unterhaltsame Weise.
Ohne Geschichtskenntnisse sind die Zusammenhänge des Films allerdings nicht verständlich. Da sind die Zuschauer vorab gefordert. Noch besser wäre es, das im Presseheft abgedruckte „Regiestatement“ zu lesen, denn erst dadurch vermitteln sich die Feinheiten der Montage. „The Royal Train“ ist ein Film über die europäische Zeitgeschichte, wobei die Beobachtungen aus der Gegenwart nicht nur in die Vergangenheit zurückführen, sondern auch auf zukünftige Ereignisse.