Hollywood
von Ryan Murphy – USA 2020 – netflix - 7 Folgen a’ 50 Min.
Diese Mini- Serie handelt von fiktiven und authentischen Personen, die Ende der 1940er Jahre in Hollywood das Sagen haben oder Karriere machen wollen. Mit dabei u.a. ein afroamerikanischer Drehbuchautor, ein Halb-Philippiner mit Schauspielambitionen, eine afroamerikanische Schauspielerin, eine sino-amerikanische Star-Schauspielerin, macht- und geldgierige Bosse, ehrgeizige und einflussreiche Gattinnen, windige Agenten und Anwälte, homosexuelle Schauspieler etc. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist eine Tankstelle („Dreamland“), an der attraktive junge Männer nicht nur Sprit verkaufen, sondern auch einen Extraservice („Dreamland“) anbieten.
Das Gebräu aus Rassismus, Sexismus und Homophobie mischt sich mit diversen Träumen/Albträumen von „Hollywood“ vor dem Hintergrund der fetten Jahre der Filmindustrie. Es geht um die Machenschaften der Produzenten und deren Gefolge, wozu auch namentlich genannte Stars wie Anna May Wong, George Cukor, Lana Turner, Vivien Leigh und Rock Hudson zählen. Die Serie geht sehr behutsam mit ihren Protagonisten um, da sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöst. Und damit verliert sie auch ihre Glaubwürdigkeit, denn im realen Hollywood hat es sich anders verhalten: Außenseiter wie Afroamerikaner hatten so gut wie keine Chance und Homosexualität wurde jahrzehntelang tabuisiert. Nun denn: wenn in Tarantinos Filmen die Zeitgeschichte umgeschrieben wird, Hitler bei einem Attentat in einem Pariser Kino getötet und Sharon Tate nicht das Opfer eines Massakers von Charles Manson wird – warum nicht auch hier aus dem Produktionsort Hollywood eine glamouröse „Traumfabrik“ im wahrsten Sinne des Wortes werden zu lassen.
(April 2020)