Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Netflix

The Eddy

von Damien Chazelle und Jack Thorne – F/USA 2020 – 8 x 50 - 70 Min. Netflix

„The Eddy“ ist einer der schummerigen Musikclubs in Paris. Der amerikanische Jazz-Pianist Elliot Udo hat in der Musikszene New Yorks Karriere gemacht und ist Miteigentümer des Clubs. Sein Freund und Partner Farid gibt sich alle Mühe, geschäftlich erfolgreich zu sein und gerät dabei in undurchsichtige Machenschaften der Vorort-Gangster, die mit brachialen Mitteln das Gebiet und die Szene kontrollieren. Elliot will seiner Freundin, der Sängerin Maja, und ihrer Hausband zum Durchbruch zu einem Plattenvertrag verhelfen. Als Farid nach Ladenschluss auf der Straße ermordet wird, verschlechtert sich die Situation für den Club und sein Personal. Die Kriminalpolizei schaltet sich ein und Elliot sieht sich in seinem Überlebenskampf gleich mehreren Fronten gegenüber. Sein Stress nimmt zu, als er Besuch bekommt von seiner Tochter Julie. Ihre Mutter hat sie von New York weggeschickt, da Julie ein Drogenproblem hat. Der chaotische Teenager möchte bei ihm bleiben.

Paris zeigt hier nicht seine Postkartenseite. Es sind die quirligen Randbezirke, die Banlieus, die ein wirres und vielschichtiges Ambiente bieten.

Jazz ist nicht nur der Soundtrack der Serie, sondern gleichwertiger Beststandteil, er sorgt für die angemessene Atmosphäre und bestimmt den Rhythmus der Handlung. Jede Folge verfolgt einen anderen Protagonisten und dessen Schicksal. Die überwiegend schwarzen Musiker sind authentisch und kommen aus unterschiedlichen Milieus. Es sind eigenwillige Charaktere, die man gerne näher kennenlernen möchte.

Ein Problem ist die Sprachfassung, da im Original neben amerikanischem Englisch und milieutypischem Französisch auch Polnisch und Arabisch mit viel Slang gesprochen wird. Ein Tipp: den Nachspann ansehen und anhören!