Curon
von Fabio Mollo und Lyda Patitucci – Italien 2020 – 7 x 40 Min. Netflix
Authentischer Schauplatz der Handlung ist ein Ort in Südtirol nahe der Grenze zu Österreich und der Schweiz. Eine zentrale Bedeutung hat dabei der Reschensee und der aus dem See ragende Kirchturm der alten Grauner Pfarrkirche St. Katharina. Das Geschehen spielt vor dem Hintergrund mysteriöser Vorkommnisse, die mit der Geschichte und der Überflutung des alten Ortes zusammenhängen. Das geschah gegen den Widerstand der Einwohner gegen den riesigen Stausee, der den Norden des Landes mit Strom versorgen soll. Bei der in diesem Zusammenhang entstandenen Legende geht es in erster Linie um den Mythos, dass die aus dem Turm entfernten Glocken unter bestimmten Bedingungen läuten würden. Wer das hört, ist dem Tod geweiht.
Im Zentrum des Plots stehen die Teenager-Zwillinge Daria und Mauro, die von ihrer alleinerziehenden Mutter Anna aus Mailand in die alte Heimat verfrachtet werden. Anna selbst hatte Curon vor 17 Jahren als Schwangere überstürzt verlassen, kurz nach dem tragischen Tod ihrer Mutter. Sie will nun in dem alten Hotel, das ihrer Familie gehört und in dem ihr störrischer Vater noch immer lebt, wieder heimisch werden. Dieser will das unbedingt verhindern. Daria und Mauro merken schnell, dass sie in dem Dorf nicht willkommen sind und geraten in einige Konflikte. Währenddessen verschwindet Anna in den Bergen und ihre Kinder begeben sich auf die Suche. Dabei erfahren sie irritierende Einzelheiten aus der Vergangenheit ihrer Familie.
Curon ist der ideale Ort für diese italienische Mystery-, Fantasy- und Horror-Serie, deren dramatischer Verlauf noch Elemente eines Familiendramas und eines Kriminalfilms hinzufügt. In atmosphärischer Dichte und in angemessenem Erzählrhythmus orientiert sie sich filmästhetisch an internationale Standards wie beispielsweise „Dark“. Die eigenwilligen Zwillinge sind faszinierende Protagonisten und Identifikationspersonen. Ihre mitunter gegensätzlichen Positionen vereinen sich in extremen und riskanten Situationen zu gemeinsamem Vorgehen. Ausreichend Stoff für eine zweite Staffel.