Wasp Network
von Olivier Assayas – F/B/S 2019 – 123 Min. – network
Der Film erinnert an ein fast vergessenes Ereignis aus den 1990er Jahren. Er handelt von den Miami Five, das sind fünf Kubaner, die vom Geheimdienst des Landes ausgebildet wurden und als Agenten das Netz „Wespen“ bildeten. Im Mittelpunkt steht der Pilot René Gonzáles, der seine Frau und Tochter verlässt und sich als Flüchtling von Havanna nach Miami absetzt. Er schließt sich dort einer Gruppe von Exilkubanern und Castro-Gegnernan, die von Florida aus agiert und durch militärische Operationen gegen das kubanische Regime vorgeht. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR ist Kuba auf den Tourismus als Einkommensquelle angewiesen. Das Ziel der Gruppe ist die Zersetzung der kubanischen Tourismusindustrie. René und seine Gefährten sollten diese Pläne rechtzeitig nach Havanna übermitteln, um die Aktionen zu verhindern. Nach ihrer Enttarnung durch das FBI wurden sie festgenommen und mussten in den USA schwere Strafen absitzen.
In dem Roman „Die letzten Soldaten des Kalten Krieges“ hat der Brasilianer Fernando Morais die Geschichte der Miami Five erzählt, was die Vorlage für den Film von Olivier Assayas ist, der die Regie führte und auch das Drehbuch schrieb. Die mit internationalen Stars besetzten Rollen lehnen sich eng an die authentischen Personen an. Der Film vermeidet Klischees und Parteilichkeit. Vielmehr ist er ein Vexierspiel unterschiedlicher Perspektiven. Ein spannender, oft überraschender Polit- und Spionagethriller, der sich die Zeit nimmt, Personen und zeitgeschichtliche Hintergründe ausreichend ins Bild zu setzen. Die sonnendurchfluteten Schauplätze bieten dabei die idealen Voraussetzungen für atemberaubende Kino-Bilder, deren Dynamik eine netflix-Ausstrahlung immerhin noch erahnen lässt.