Mank
von David Fincher - USA 2020 – 130 Min. – netflix
Filmbiographie über den Hollywood-Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz („Mank“) und dessen Auseinandersetzungen mit dem Regisseur Orson Welles über das Drehbuch zu „Citizen Kane“ (1941). Ein Jahr zuvor hatte Mank sich in eine abgelegene Ranch zurückgezogen. Er wurde von dem „Wunderknaben“ Orson Welles mit dem Schreiben des Drehbuches für den Film „Citizen Kane“ beauftragt. Der Charakter des Titelhelden ist an den Verleger und Zeitungsmagnat William Randolph Hearst angelehnt, den Mank zehn Jahre zuvor kennenlernte und mit dem er bis zu einem großen Crash befreundet war. Die Arbeit an dem Manuskript gestaltet sich außerordentlich schwierig, da der alkoholkranke und spielsüchtige, an den Folgen eines Unfalls leidenden Mank sich von den regelmäßigen Besuchen des Regisseurs unter Druck gesetzt fühlt. Es kommt immer wieder zu Streitigkeiten, aber dem Autor gelingt eine Drehbuchfassung, die zu seiner ganz persönlichen Abrechnung mit Hearst und einem anti-liberalen Hollywood wurde.
Ausgangspunkt der Filmhandlung ist das Jahr 1940 und die Arbeit an dem Filmstoff. Auf einer zweiten Zeitebene werden die zehn Jahre zuvor geschildert. Damit erklärt sich der Erfahrungshintergrund des brillanten, aber auch streitbaren Autors, der zu den profiliertesten und erfolgreichsten Persönlichkeiten der Filmbranche zählte. Der Film über ihn wurde in Schwarz-Weiß und mit den filmsprachlichen Stilmitteln des klassischen Hollywood-Films gedreht; eine Hommage an das Kino und dessen Visionäre schlechthin. Die Rezeption setzt filmgeschichtliche Kenntnisse über das Studiosystem und die bekannten Namen der Tycoons der 1940-Jahre voraus. Aufschlussreich vor allem ist der vielschichtige Konflikt zwischen Mank und Welles, dessen Name bei „dem größten Film aller Zeiten“ auch als Co-Autor im Vorspann genannt wird. Beide wurden 1941 für das Drehbuch mit einem Oscar ausgezeichnet. Eine Oscar-reife Leistung ist auch die kongeniale Verkörperung des widersprüchlichen, zynischen und unangepassten Autors durch den wandlungsfähigen Gary Oldman.