Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Netflix

Kein Friede den Toten

von Oriol Paolo – Spanien 2021 – 8 x 60 Min – netflix

Der Jurastudent Mateo Vidal will vor einem Nachtclub einen Streit schlichten und gerät dabei in die körperlichen Auseinandersetzungen. Er bringt versehentlich einen anderen jungen Mann um und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Neun Jahre später hat er sich ein neues Leben aufgebaut. Er ist mit Olivia verheiratet; die beiden erwarten ein Kind. Bei der Suche nach einem neuen Haus holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnen die Eltern des getöteten Jungen. Dessen Vater hat das tragische Ereignis noch nicht überwunden und will die Existenz von Mateo Vidal zerstören

Die junge, selbstbewusste Polizeikommissarin Lorena Ortiz, die den Tod einer Nonne ermittelt, der wie ein Selbstmord aussieht, stößt dabei auf Spuren der Vergangenheit von Mateo und Olivia. Die Handlungsstränge überkreuzen sich und es entsteht ein wirres, aber schlussendlich überzeugendes Bild von Vergangenheit und Gegenwart extrem unterschiedlicher Protagonisten.

Der spanische Thriller-Regisseur Oriol Paolo hat die Romanvorlage des amerikanischen Thriller-Autors Harlan Coben kongenial in Szene gesetzt. Er bewegt sich souverän zwischen den beiden labyrinthischen Handlungssträngen, die sich an einigen Stellen nicht logisch entwickeln, sondern genregemäß den Vorgaben des hochkonzentriert auf Spannung bedachten Drehbuchs folgen. Oriol Paolo ist auch dafür verantwortlich und verfügte auch das richtige Gespür für die Besetzung der ambivalenten Charaktere mit exzellenten, erfahrenen Darstellern. Neben der emotionalen Dichte des Zusammenwirkens dieses Ensembles tragen die abwechslungsreichen, optisch faszinierenden Schauplätze zum Gesamteindruck einer außergewöhnlichen Serie bei, die keiner Fortsetzung bedarf. Das wendungseiche Verwirrspiel ist aufgelöst und beendet.