Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

arte

Salamander

von Ward Hulselmans – Belgien 2013 – 12 x 45 Min. – arte

In einem raffinierten Coup erbeuten Räubert aus der Brüsseler Privatbank Jonkhere aus 66 Schließfächern hochsensible private Dokumente. Die Besitzer zählen zu den einflussreichsten Vertretern von Politik, Wirtschaft und Justiz in Belgien. Ihre Erpressung führt reihenweise zu Rücktritten und Selbstmorden. Bankdirektor Raymond Jonkhere setzt alles daran, den Raub zu vertuschen, damit die Informationen nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Als Hauptinspektor Paul Gerardi durch den Hinweis eines Informanten von dem Fall erfährt, beginnt er, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Hartnäckigkeit zahlt sich aus – unter Lebensgefahr kommt er einer komplexen Konspiration auf die Schliche, hinter der die elitäre Organisation „Salamander“ steckt. Seit Jahrzenten lenkt sie die Geschicke des Landes und hütet Geheimnisse, die bis zum Zweiten Weltkrieg und einer Widerstandsgruppe gegen die Deutschen zurückreichen.

Der überzeugend konstruierte und spannend inszenierte Polit-Thriller führt in die feudalen Hinterzimmer einer arroganten politisch-wirtschaftlichen Kaste, die das ganze Land manipuliert und kontrolliert. Rückblenden auf die 1940er Jahre erklären die Zusammenhänge von heute. Recherchen sind nicht erwünscht und werden vertuscht oder

mit legalen und illegalen Mitteln unterdrückt. Protagonist ist der Einzelkämpfer Gerardi, verkörpert durch den belgisch-flämischen Schauspieler Filip Peeters, der mit seiner hochkonzentrierten Leistung eine veritable tour des force hinlegt.