Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Seitenwechsel

von Rebecca Hall – USA 2021 – 98 Min. – netflix

Der Film basiert auf dem 1929 erschienen Roman „Passing“ von Nella Larsen, eine afroamerikanische Schriftstellerin, die der literarischen Bewegung der Harlem Renaissance angehörte. Im Mittelpunkt stehen Clare Bellow und Irene Redfield, zwei afroamerikanische Frauen, die beide wie Weiße aussehen und 1929 in New York leben. Die Jugendfreundinnen aus Harlem, die sich seit Jahren nicht mehr getroffen haben, begegnen sich zufällig in der Lounge eines vornehmen Hotels. Während Irene nur gelegentlich in die weiße Gesellschaft hinüberwechselt, um etwa beim Einkaufen nicht diskriminiert zu werden, hat die selbstbewusste Claire ihren Lebenslauf darauf aufgebaut. Ihr Mann, ein unverhohlener Rassist, und ihre Tochter wissen nichts von ihrer Herkunft. Inspiriert durch das Treffen zieht es Claire zurück ins Umfeld ihrer Kindheit. Irene ist mit einem Arzt verheiratet und gehört der schwarzen Elite Harlems an. Clare hingegen gilt als Verräterin, da sie sich ein komplett anderes Leben aufgebaut hat und ihre soziale Identität verleugnet.

„Seitenwechsel“ wirkt wie aus der Zeit gefallen. Das in formal strengem Schwarzweiß und dem Format der klassischen Hollywood-Filme mit dem passenden Jazz-Soundtrack gedrehte beindruckende Regiedebüt der Schauspielerin Rebecca Hall wurde mit mehreren Preisen und Auszeichnungen bedacht.