Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Die Einöde

von David Casademunt – Spanien 2021 – 92 Min – netflix

(spanisch: El páramo; deutsch auch: Das Ödland)

Ort der Handlung ist eine öde Steppe irgendwo in Spanien im 19. Jahrhundert. In einem einsam gelegenen Haus leben Salvador, Lucia und ihr gemeinsamer Sohn Diego. Der Junge darf die Grenzen des Grundstücks nicht überschreiten, denn draußen herrscht Krieg. Außerdem lauert dort eine grausame Bestie, die sich langsam den Menschen nähert und sie töten will. Das Monster ist unsichtbar und ernährt sich von der Angst der Opfer. Salvador erzählt Diego von seiner Schwester, die einst so in den Tod getrieben wurde. „Nur wenn man etwas nicht sehen kann, heißt das ja noch lange nicht, dass da nichts ist.“

Salvador findet in einem Boot einen schwerverletzten, traumatisierten Soldaten und will sich um ihn kümmern. Doch dieser bringt sich um. Salvador findet in seinen Habseligkeiten ein Familienfoto und beschließt, die Familie des Mannes auf eigene Faust zu finden. Er verlässt das Haus; Frau und Kind bleiben allein zurück.

In den folgenden Tagen und Wochen nähert sich mehr und mehr eine Gefahr in Form einer unsichtbaren Präsenz. Lucia gibt die Hoffnung auf die Rückkehr Salvadors auf und ist davon überzeugt, dass das Biest es auf sie abgesehen hat. Während sie unberechenbar und geistig verwirrt ihrem unausweichlichen Schicksal entgegensieht, überwindet Diego seine Ängste. Er, der von seinem Vater oft als Feigling beschimpft wurde, handelt und findet den Mut, sich dem Biest zu stellen.

Neben der Regie und der großartigen Leistung des zehnjährigen Hauptdarsteller Asier Flores ist die Kamera von Isaak Vila besonders erwähnenswert. Beeindruckend sind die Aufnahmen der kargen Ödnis, in der ein paar aufgestellte Vogelscheuchen immer wieder für beunruhigende und irritierende Momente sorgen. Die Stimmung ist geprägt von Licht und Schatten, Angst und Schrecken. Trotz der sonnendurchfluteten Weite des Landes wird es für die Protagonisten draußen und drinnen immer enger und finsterer. Eine Horror-Story, die man nicht mit Worten erzählen kann, sondern nur mit Bildern.