Red Light
von Anke Blondé und Wouter Bouvijn – B 2020 – 10 x 50 Min, - arte
Orte des Geschehens sind die Rotlicht-Szenen in Antwerpen und Amsterdam, die hier zu einem einheitlichen Milieu verschmelzen. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein können: die Prostituierte Sylvia, die Kommissarin Evi und die Opernsängerin Esther. Sie müssen sich plötzlich existentiellen Fragen stellen und bewegen sich in einem Zirkel, dessen Kreise immer enger und bedrohlicher werden. Die abgebrühte Sylvia und ihr gewalttätiger Zuhälterfreund Ingmar betreiben in Antwerpen eine Bar und ein Bordell mit Prostituierten aus Osteuropa. Als eine von ihnen misshandelt und tot aufgefunden wird, ermitteln Evi und ihr Kollege Sam gegen die zwei, die ihre Unschuld bezeugen. In Amsterdam feiert die erfolgreiche Opernsängerin Ester einen ihrer grandiosen Auftritte, als sie die Nachricht bekommt, dass ihr Vater einem Herzinfarkt erlegen ist. Da sich ihr Mann Eric in Antwerpen aufhält, versucht sie ihn zu erreichen. Doch er ist verschwunden. Es stellt sich heraus, dass er ein Doppelleben führte und sich mit Sylvia nach Spanien absetzen wollte. Bei ihrer Suche nach Eric gerät Esther in ein toxisches Gewirr von gesellschaftlicher Doppelmoral, Menschenhandel, Prostitution, Gewalt und Korruption. Dabei kreuzen sich die Pfade der drei Frauen, die eine fragile Zweckgemeinschaft eingehen, wobei die Grenzen zwischen Opfer- und Täterrollen mitunter schwimmen.
Der Erfolg der eindrucksvoll gefilmten, mehrfach preisgekrönten Serie beruht einerseits auf die authentische, dokumentarisch wirkende Zeichnung des Rotlichtmilieus, andererseits durch die hervorragenden Leistungen der drei Schauspielerinnen. Halina Reijin überzeugt als Starsängerin Esther, die sich mit einer Lebenslüge konfrontiert sieht und ihr Leben neu ordnen muss. Maaike Neuville spielt die alkoholabhängige Kripo-Beamtin Evi die neben ihren aufreibenden Job bei der Mordkommission noch ihre Mutterrolle in einer kriselnden Beziehung meistern muss. Und Carice van Houten („Game of Thrones“) ist die Bordellchefin Sylvia, die dominant und herrisch auftritt, gleichzeitig aber schwach und schutzbedürftig ist, weil der brutale Ingmar jeden ihrer Schritte kontrolliert.