Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

arte

Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht

von Frédéric Jardin – D/F 2021 – 4 x 45 Min. – arte

„Die Schlacht um Algier“ von Gillo Pontecorvo aus dem Jahr 1965, die erste umfassende, um Objektivität bemühte Darstellung der Realität des Algerienkrieges, ist zum Klassiker der Filmgeschichte und des Polit-Thrillers geworden. Der mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnete Film war Vorbild für Regisseure wie beispielsweise Costa-Gavras oder Francesco Rosi. Die Fernsehserie von Frédéric Jardin steht in der Tradition dieses Genres. Er adaptierte Oliver Bottinis Roman „Ein paar Tage Licht“, der die Problematik deutscher Rüstungsexporte mit einer Kriminalgeschichte verknüpft. Protagonist des Geschehens ist ein deutscher Waffenhändler, der nach Nordafrika entsandt und in Algerien kurz nach seiner Ankunft gekidnappt wird. Ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamtes versucht ihn zu befreien. Er muss die Hintergründe der Tat ermitteln und herausfinden, ob der Deutsche tatsächlich von Islamisten entführt wurde oder ob nicht eine Inszenierung eines weitverzweigten Netzwerkes von korrupten Waffenhändlern und Politikern dahintersteckt.

Die mit hochkarätigen Schauspielern aus Frankreich und Deutschland besetzte Miniserie ist trotz einiger Stereotypen dramaturgisch überzeugend, da neben dem Spannungsbogen auch einige Nebenrollen an Profil gewinnen; so beispielsweise Anna Schudt als energische deutsche Diplomatin, der sich unbeirrbar über die Konventionen ihres Amtes hinwegsetzt und damit deutsche Politiker und Lobbyisten verärgert.