Cabinet of Curiosities
von Guillermo del Toro – USA 2022 – 8 x ca. 60 Min. – Netflix
Die Horror- Anthologie-Serie präsentiert die Sammlung der höchstpersönlich eingeleiteten Geschichten des Meisters des Fantastischen und Oscar-Preisträgers („Pans Labyrinth“). Einige Folgen wurden auch von del Toro geschrieben, andere beruhen auf Kurzgeschichten: Bilder aus den unheimlichen Gefilden der Schattenlichter, u.a. von Robert Louis Stevenson, H. P. Lovecraft und Michal Shea.
In „Los 36“ geht es um ein Lager, in dem ein Kriegsveteran nach abgelaufener Zeit auf merkwürdige Gegenstände stößt, die er einem Händler, der sich auf schwarze Magie versteht, anbietet. Bei der Untersuchung wird ein Dämon freigelegt, der einen neuen Wirtskörper sucht. „Das Äußere“ handelt von einer unscheinbaren Frau, die so schön und attraktiv wie ihre aufgebrezelten Kolleginnen sein möchte und eine Lotion benutzt, die sie völlig verunstaltet. „Pickmans Modell“ zeigt einen Maler, der Monster malt, die sich aus seinen Gemälden befreien und in die Realität eindringen. „Träume im Hexenhaus“ ist reines Geisterbahnkino, ebenso wie „Die Besichtigung“; beide verlaufen vorhersehbar und ohne großen Spannungsbogen.
Einige Filme wie „Friedhofsratten“ (Mitarbeiter eines Leichenschauhauses graben nachts die Beerdigten aus und such nach Wertgegenständen) sind ‚rattenscharf’, makaber und witzig, andere hingegen überraschungsarm und langweilig wie z.B. „Das Rauschen“. Sehenswert vor allem ist das Solo von F. Murray Abraham als älterer forensischer Pathologe, der den mysteriösen Tod von zehn Bergarbeitern untersuchen soll. „Die Autopsie“ ist eine böse und blutige Episode mit einem furiosen Finale. Da die Reihenfolge der Filme beliebig ist und untereinander keinen Zusammenhang aufweisen, sollte man diese als letzte sehen – evtl. im Umfeld des Grusel-Festes Halloween! Das optisch eindrucksvolle „Intro“ kann man sich allerdings mehrfach ansehen. Es steckt voller Rätsel, Geheimnisse und Mehrdeutigkeiten.