Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Troll

von Roar Uthaug - Norwegen 2022 – 101 Min. –netflix

Ein Troll ist kein kleiner, amüsanter Kobold, sondern ein gigantisches, steinernes Wesen. Wir kennen ihn und seine Vorgeschichte aus den nordischen Sagen. Und nun wird er nach „King Kong“ und „Godzilla“ zum Star eines Monsterfilms, dessen Handlung schnell erzählt ist.

Bei Sprengarbeiten für einen umstrittenen Eisenbahntunnel in den Bergen im norwegischen Hinterland erwacht der steinerne Riese und verlässt das Gebirge. Dabei hinterlässt er eine Spur der Verwüstung, was die Sicherheitsorgane Norwegens mobilisiert. Er macht sich auf den Weg nach Oslo, was das Militär mit allen Kräften verhindern will. Das Monster muss vernichtet werden. Eine junge Wissenschaftlerin, deren Vater sich sein Leben lang mit nordischer Mythologie und der Historie der Trolle beschäftigt hatte, versucht den Einsatz atomarer Waffen abzuwenden. Ihr gelingt es mit Hilfe fachkundiger Kräfte die Vernichtung der Stadt zu verhindern und den Troll zur Rückkehr in die Berge zu bewegen. Doch der Tag bricht an und die Sonnenstrahlen lassen den Troll versteinern. Ganz am Ende des Films, im Nachspann, deutet sich eine Fortsetzung mit weiteren Troll-Storys an: die heimische Folklore und die grandiosen Landschaften bieten ausreichenden Stoff für leinwandfüllende Schauwerte.

Es gehört zur Genese der Fantasyfilme, dass alles, was fremd ist als bedrohlich empfindet wird und bekämpft oder gar vernichtet werden muss. Auch wenn es sich hier in der nordischen Variante um eine Kreatur aus der wunderschönen, wilden und zerklüfteten Landschaft handelt, folgt die Handlung den Gesetzen des Genres. Dafür überzeugt das Fantasy-Spektakel durch eine hervorragende, souveräne Darsteller-Crew und perfekte Action-Effekte.