Herbert
von Thomas Stuber – D 2015 – 109 Min.
Einst war der Boxer Herbert der „Stolz von Leipzig“; heute schlägt er sich durch als Trainer in einem Club, als Türsteher oder Geldeintreiber. Sein Privatleben ist völlig daneben. Seine längst erwachsene Tochter hat er nicht mehr gesehen, seitdem sie sechs Jahre alt war und er eine längere Gefängnisstrafe absitzen musste. Herberts Freundin Marlene hält Abstand zu ihm, da der Umgang mit dem sperrigen und eigenwilligen Typen kompliziert ist. Kurz: Herbert steht vor den Trümmern seines Lebens. Und dann stellt die Diagnose ALS sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf. Er muss sich auf den letzten Kampf seines Lebens einstellen...
„Herbert“ ist keiner der genreüblichen Boxerfilm über Aufstieg und Niederlage, sondern ein feinfühliges Porträt eines Mannes, der sich seinem Schicksal stellen muss und die Herausforderung (unfreiwilllig) annimmt. Das ist bei einem so schwerfälligen Menschen nicht ganz einfach.
Der Film verbindet Realismus und persönliches Drama mit Versatzstücken des Genres und vermeidet dabei die Charakter- und Milieuklischees. Die herausragende Leistung des Schauspielers Peter Kurth verleiht dem Titelhelden eine Präsenz, der der Verfall des Körpers nichts anhaben kann. Allein seine Leistung ist es wert, ins KINO zu gehen!