Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Die göttliche Ordnung

von Petra Volpe – Schweiz 2016 – 97 Min.

Die Schweiz im Jahr 1971. Die junge Hausfrau Nora lebt mit ihrem Mann Hans und ihren zwei Söhnen in einem friedlichen kleinen Dorf im Appenzell. Seit dem Mai 1968 ist ein Ruck durch die Gesellschaft gegangen, das soziale Gefüge ist im Wandel oder abseits der großen Städte ist davon noch nicht viel zu spüren. Das ruhige und harmonische Leben ändert sich, als Nora sich leidenschaftliche und in aller Öffentlichkeit für das Frauenwahlrecht einsetzt. Sie eckt damit im Dorf an, doch sie ist entschlossen, das Wahlrecht durchzusetzen. Doch dazu bedarf es der Zustimmung der Männer, denn nur sie können darüber abstimmen. Von Noras Engagement und ihren politischen Ambitionen werden auch die anderen Frauen angesteckt und proben gemeinsam den Aufstand. Beherzt kämpfen die züchtigen Dorfdamen bald nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral.

Als eines der letzten europäischen Länder führte die Schweiz erst 1971 das Wahlrecht für Frauen ein. Große Politik auf engstem Raum. Eine sorgfältig und detaillierte Beobachtung der Emanzipation einer Frau in der Schweiz der 70er Jahre; in eine Situation, in der chauvinistische Vorurteile und echte Frauen-Solidarität aufeinander treffen. Der Film wurde mit mehreren Preisen und Auszeichnungen bedacht.