Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Final Portrait

von Stanley Tucci – GB 2017 – 90 Min.

Wer Alberto Giacomettis Arbeiten mag, der mag auch diesen Film. Die Handlung spielt 1964 in seinem Atelier in Paris. Die junge Schriftsteller und Kunstliebhaber James Lord will eigentlich zurück nach Amerika, doch er willigt ein, dem Künstler für ein Porträt Modell zu sitzen. Doch er hat keine Ahnung, worauf er sich da eingelassen hat. Schon bald erhält er Einblicke in den faszinierenden, intensiven und stellenweise völlig chaotischen und irritierenden Schaffensprozess des Künstlers. Das Bild will nicht fertig werden, und aus Tagen werden Wochen. Immer wieder werden Termine verschoben oder sie enden ohne konkretes Ergebnis, weil Giacometti gerade nicht in Stimmung ist oder lieber bei Rotwein im Bistro sitzt oder sich mit Frauen vergnügt.

Atmosphärisch dicht und äußerst unterhaltsam präsentiert der Film das Bild eines der wichtigsten Künstler der Moderne; so realistisch wie ein Dokumentarfilm und so komödiantisch wie ein Film von René Clair. Vor allem ein großes Kompliment an Geoffrey Rush für seine darstellerische Leistung. Nach „The King’s Speech“ ein weiterer Höhepunkt.