Porträt Horst Schäfer
Wertung: nicht zu empfehlen

Winchester

von Michael und Peter Spierig – USA 2017 – 95 Min.

Nach einer wahren Geschichte: Die Witwe und Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester lässt in jahrzehntelanger, ununterbrochener Bautätigkeit ein gigantisches und unübersichtliches Anwesen in einer verlassenen Gegend von San Jose, 50 Meilen von San Francisco entfernt, errichten. Das Gebäude wirkt wie das exzentrische Denkmal einer wahnsinnigen Frau. Daher wird ein bekannter Psychologe damit beauftragt, den Geisteszustand der Millionenerbin zu untersuchen. Er stellt fest, dass es in der Villa nicht mit rechten Dingen zugeht und sucht nach einem Weg, das Haus von den Verdammten zu erlösen – es sind rachsüchtige Geister und gequälte Seelen, die durch Winchester-Waffen zu Tode kamen und nun Vergeltung suchen.

Der Stoff bietet eine Steilvorlage für einen Psychothriller und hätte mit Helen Mirren als exzentrische, undurchschaubare Herrin der Gruselkammern ihres Anwesens die ideale Interpretin. Doch leider kam die Regie nicht aus dem Baukasten für Poltergeist- und/oder Geisterbahnfilme hinaus. Alle Effekte sind bekannt und vorhersehbar. Die Handlung erregt nicht die Nerven, sondern nervt. Ein Film wie aus den Anfängen des Genres. Schade für die Hauptdarstellerin. Sehenswert allein nur die Kamerafahrten durch das Labyrinth der verwirrenden Gänge und über die Treppen, die im Nichts enden – so wie der Film auch.