Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Ein Leben

von Stéphane Brizé - F/B 2016 – 119 Min.

Nach einem Roman von Guy de Maupassant. Die Handlung spielt 1819 in der Normandie. Die junge Landadelige Jeanne kehrt nach ihrer Ausbildung in einem Convent auf das Landgut ihrer Eltern an der Küste der Normandie zurück. Die wohlbehütete Jeanne träumt von einer Liebe, die sie nur aus Büchern kennt. Voller romantischer Ideen willigt sie ein, den verarmten Viscount Julien de Lamare zu heiraten. Nach der Trauung überlassen die Eltern Jeannes Ehemann das Landgut der Familie. Jeanne muss schon bald erkennen, wie naiv sie die Welt bisher gesehen hat. Julien ist alles andere als ein treuer, fürsorglicher Gatte. Er betrügt sie nach Strich und Faden. Jeanne ist unfähig, sich mit einer Welt der Lüge und des Betrugs zu arrangieren. Die Beharrlichkeit, mit der sie sich wider alle Vernunft ihre Vorstellung von ihrer Welt zu bewahren versucht, macht sie zu einer faszinierenden wie verstörenden Heldin.

Die emotional ergreifende, intensiv erzählte Geschichte verzichtet in der filmischen Konzeption auf die überbordende Ausstattung herkömmlicher Kostümfilme. Dafür rückt die Kamera ausdrucksstarke Nahaufnahmen der Protagonisten in den Focus und schafft so eine zeitlos gültige Begegnung mit Charakteren, die der Vorlage des Romas entsprechen.