Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Border

von Ali Abbasi – Schweden/Dänemark 2018 – 110 Min.

Die schwedische Grenzbeamtin Tina besitzt eine für eine Zöllnerin besonders willkommene Gabe: Sie kann besser riechen als alle anderen Menschen und so etwa Schmuggelware oder auch die Emotionen der Menschen wahrnehmen; sie verfügt über die Fähigkeit, Scham, Schuld und Wut zu wittern. Dazu kommt noch ihr besonderes Aussehen: Tinas Gesicht ist seltsam geschwollen, sie hat einen Blick, der sich förmlich in ihr gegenüber bohrt. Außerdem ist sie für eine Frau besonders kräftig. All das verleiht Tinas Ausstrahlung etwas animalisches. Ihr Geruchssinn ist nahezu unfehlbar, aber einmal versagt er doch: Vore, der von ihr an der Grenze kontrolliert wird, hat wie Tina einen Chromosomenfehler, was bei ihm zu einer Deformation im Gesicht geführt hat. Die beiden Außenseiter kommen einander näher. Vore offenbart Tina ihre gemeinsame mystische Herkunft, was für Tina nicht nur eine vollkommen neue Freiheit bedeutet, sondern auch Herausforderungen, denen sie sich stellen muss.

„Border“ basiert auf einer Kurzgeschichte des schwedischen Horrorautors John Ajvide Lindqvist. Der in Cannes preisgekrönte Film des iranisch-schwedischen Regisseurs ist ein außergewöhnliches Meisterwerk und wurde von der FBW mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Der Jury-Begründung ist nichts hinzuzufügen: „Wie ein einziger Fluss bewegt sich der Film zwischen den Genres, ist Kriminalfilm, Drama und Mystery-Romanze zugleich, und bleibt doch immer ganz nah bei seiner Hauptfigur und im Realismus der Verhältnisse… In seiner Komplexität, seinen stetigen Überraschungen und Wendungen und dem Mut zu unkonventionellen Figuren ist „Border“ ein großes filmisches Wagnis. Und ein eben solcher Triumph.“