Niemandsland
von James Kent – GB 2018 – 108 Min.
Eine eigentlich interessante, melodramatische Geschichte, die in der Nachkriegszeit in Hamburg spielt. Der britische Colonel Lewis Morgen soll beim Wiederaufbau helfen. Als seine Frau Rachael ihm folgt werden sie in die hochherrschaftliche, nicht zerstörte Villa des Architekten Stefan Lubert untergebracht. Dieser wohnt dort allein mit seiner heranwachsenden, traumatisierten Tochter und wartet auf das Ende seines Entnazifizierungs-Verfahrens. Das Ehepaar Morgan hat bei einem deutschen Luftangriff ihren kleinen Sohn verloren, und besonders Rachael kann sich schwer an die neue Umgebung gewöhnen. Da Lewin Morgan voll durch seinen Dienst beansprucht wird und kaum zuhause ist, baut sich zwischen seiner Frau und dem Deutschen ein Kontakt auf, der zu einer Liebesbeziehung führt. Und Rachael muss sich entscheiden zwischen einem Neuanfang mit Stefan oder ihrer Ehe.
Leider fährt der Film diese Handlung in Ausstattung und Besetzung voll gegen die Wand. Das Ambiente – die ausgebombte Stadt einerseits, die opulente Luxusvilla an der Elbe andererseits – sowie die starren, unbeweglichen Charaktere erwecken kein Interesse am Geschehen und den Protagonisten. Kaum ein Klischee wird ausgelassen, keine Figur interessiert wirklich. Vor allem aber ist es die nicht aufgeklärte Vergangenheit des deutschen Architekten, die den Vorgängen keine Glaubwürdigkeit verleiht.
Eigentlich sollte Ridley Scott die Regie übernehmen. Doch infolge von Terminüberlastung beschränkte er sich auf die Rolle des Produzenten. Schade. Das wäre ein anderer Film geworden.