Ratched
von Ryan Murphy u.a. – USA 2020 – 8 x 45-60 Min. – Netflix
Es geht um den Charakter der Mildred Ratched aus Ken Keseys “EIner flog über das Kuckucksnest”, die in der preisgekrönten Forman-Verfilmung von der grandiosen Louise Fletcher verkörpert wurde. Diesmal spielt Sarah Paulson die Haupt- und Titelrolle.
Sie kommt 1947 in Kalifornien unter falscher Identität als Krankenschwester in einer führenden psychiatrischen Anstalt unter. Der Klinikleiter Dr. Hanover führt an den Patienten neuartige und riskante Therapien durch. Mildret ist aufgeschlossen gegenüber seinen Experimenten und im Verlauf der Serie wird sie zu einer kalten und tyrannischen Frau, deren Aura und wahre Absichten nach und nach deutlich werden. In der Klinik befindet sich ihr Bruder, der als Serienmörder hingerichtet werden soll. Der machtgeile Gouverneur des Staates will die Exekution, um seine Wiederwahl zu sichern. Und Mildred will das mit zynischen und manipulativen Mitteln und unter Anwendung von Gewalt um jeden Preis verhindern.
Gefilmt wurde die Drama-Thriller-Serie im Hochglanz-Stil der Hollywood-Zeiten als film noir in Technicolor. Ein überwältigender FARBEN-Film – ein Farbfeuerwerk - deren Auswahl von rosarot bis giftgrün die Handlung und Atmosphäre beeinflusst. Hinzu kommen Motive aus der Filmmusik des Hitchcock-Komponisten Bernard Herrmann. Der Look und die Ausstattung der Serie sind bewusst aseptisch gehalten, um den Kontrast zwischen der morbiden Geschichte und den in Comic-Form gestalteten Szenenbildern zu halten. Die bonbonbunte Serie bewegt sich hart an der Grenze der Zumutbarkeiten und der Klischees, ist aber überaus unterhaltsam und frischt die eigenen Kenntnisse der Filmgeschichte auf. Das Finale deutet eine Fortsetzung an und man darf gespannt sein auf das Wiedersehen mit den extrem überspannten und ausgeflippten Charakteren.