Banden von Marseille
von Olivier Marchal – F 2020 – 116 Min. – netflix
Die Kriminellen in Marseille unterscheiden sich nur dadurch, dass die einen eine Polizeidienstmarke tragen und die anderen nicht. So auch in diesem Film, der in der Tradition des französischen Krimis steht, in dem die Grenzen zwischen korrupten Polizisten und Politikern und rivalisierenden Gangs fließend sind. Das hat sich in Schwarzweiß bewährt und besteht auch in Farbe. Hinzu dann noch ein hinreichend bewährter Schauplatz mit seinen malerischen Gassen und dem atmosphärischen Hafen sowie eine Crew ausgesuchter, genre-erfahrener Charaktere.
Hier steht der Polizist Vronsi, dessen umstrittene Einheit ein blutiges Massaker aufklären soll, im Mittelunkt des Geschehens. Er hat es dabei nicht nur mit skrupellosen Clans, sondern zusätzlich noch mit Konkurrenzkämpfen innerhalb der Polizei und dem zwielichtigen neuen Chef Leonetti zu tun; jeder gegen jeden. Loyalität, Ehre und Recht sind dehnbare Begriffe. Der Regisseur und Drehbuchautor Olivier Marchal hat all seine Erfahrungen als Schauspieler genutzt, um einen nicht gerade originellen Plot spannend und mit zahlreichen Wendungen aufzubereiten und zu inszenieren.