Die Ausgrabung
von Simon Stone – GB 2021 – 112 Min. – netflix
Auf dem Anwesen der vermögenden Witwe Edith Pretty in der Grafschaft Suffolk an der englischen Ostküste fand 1939 der Amateurarchäologe und Astronom Basil John Wait Brown (1888 – 1977) ein angelsächsisches Schiffsgrab aus dem 7. Jahrhundert. Ein ganzes Schiff, das als Grabkammer eines Herrschers mit Rüstungen und Schmuck vergraben wurde. Die Ausgrabung gilt heute als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten. Seinerzeit – inmitten des Kriegsbeginns zwischen den Briten und den Deutschen – erhoben gleich mehrere staatliche Institutionen den Anspruch auf die kostbaren Grabbeigaben. Das für die Insel typisch britische Wetter erschwerten die Arbeiten ebenso wie die düsteren Schatten des Luftkrieges, der eine Atmosphäre allgemeiner Verunsicherung hervorruft und die Ausgrabungen gefährdet.
In der Erde zu buddeln kann spannend sein – wie hier in dem bittersüßen britischen Melodram mit einem herausragenden Ralph Finnes, der mit Haltung und Aussehen einen Gentleman verkörpert, der sich in erster Linie seiner Arbeit verpflichtet sieht und alle Widrigkeiten überwindet. Er handelt vergangenheitsbewusst und zukunftsorientiert. Die einzigartige Carey Mulligan spielt die zerbrechliche, doch selbstbewusste Lady Pretty mit faszinierender Eleganz und Charme. Einen hohen Anteil am ästhetischen Genuss des Films sind die majestätischen Landschaftsbilder der Kamera von Mike Eley (u.a. „Jane Eyre“). Es sind Stills zum Niederknien und Einrahmen.