Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Die Schlange

von Tom Shankland - GB 2021 – 8 x 55 Min. – netflix

Die Serie basiert auf wahren Begebenheiten und handelt von dem französischen Serienmörder Charles Sobhraj, genannt die Schlange, der im Südostasien der 1970er Jahre zahlreiche Morde beging. Opfer waren vor allem westliche Touristen, die sich auf dem sogenannten Hippie-Trail befanden. Mithilfe seiner Lebensgefährtin, der Franko-Kanadierin Marie-Andrée Leclerc, und des Inders Ajay lockte er gezielt Rucksacktouristen an, setzte sie unter Drogen, beraubte und tötete sie. Er stahl ihre Pässe und nahm ihre Identität an, um getarnt als Edelsteinhändler oder Drogendealer seinem Machtrausch nachgehen zu können.

Parallel dazu schildert die Serie die Bemühungen des in Bangkok akkreditierten niederländischen Diplomaten Herman Knippenberg und seiner Frau Angela, dem Verbrecher auf die Schliche zu kommen. Von der örtlichen Bürokratie und seinen eigenen Vorgesetzten behindert, kann Knippenberg mit seinen Recherchen jedoch letztendlich dazu beitragen, dass Sobhraj am Ende gefasst wird.

Neben dem schillernden, eiskalten und skrupellosen Sobhraj mit seinem extravaganten Lebensstil ist der junge pflichtbewusste Attaché Knippenberg der eigentliche Protagonist der Serie: ein integrer Botschaftssekretär, der sich hartnäckig und unbeirrt trotz diverser Schwierigkeiten und Rückschläge nicht davon abbringen lässt, den narzistischen Psychopathen aufzuspüren. Dessen wechselnde Identitäten und häufiges Überschreiten der Landesgrenzen zwischen Thailand, Pakistan, Indien und Nepal erschweren die Jagd auf ihn. Mit Hilfe von Interpol kann das Verbrecherpaar 1976 gestellt werden. Aber damit sind die Akten bis heute noch nicht geschlossen.

Die einzelnen Folgen der Serie zeigen keinen chronologischen Ablauf des Geschehens, sondern setzen sich zusammen wie Mosaiksteinchen einer mühsamen, zähen Ermittlungsarbeit oder Ausgrabung. Dem konzentrierten Zuschauer wird trotz mitunter umständlicher Zeitsprünge eine spannende Reise in buntschillernde exotische Städte und Landschaften einer untergegangenen Hippie-und Aussteigerkultur geboten. In Pandemie-Zeiten bietet der rauschhafte, durchgestylte Look eine faszinierende, optisch abwechslungsreiche und abenteuerlich Entspannungs- und Erlebniswelt.