Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Night in Paradise

von Park Hoon-jung – Südkorea 2020 – 130 Min. – netflix

Tae-gu ist ein Killer, der für die Gang von Mr. Yang arbeitet. Als er sich um seine kranke Schwester und deren kleine Tochter kümmern will, beendet er sein bisheriges Leben. Doch die Vergangenheit holt ihn ein, da seine beiden Schützlinge Opfer eines Anschlages werden, der eigentlich ihm gegolten hat. Tae-gu startet einen unerbittlichen Rachefeldzug gegen die verfeindete Gang und flüchtet danach auf die Vulkaninsel Jeju. Von dort aus soll es nach Wladiwostok gehen. Doch die Insel bietet alles andere als ein beschauliches Dasein. Er begegnet der jungen, sterbenskranken Jae-Yeon. Sie ist die Nichte eines skrupellosen Waffenhändlers, bei dem Tae-gu Zuflucht und Schutz finden wollte. Beide geraten dann allerdings in die Fortsetzung des Kampfes zwischen den Banden.

Eine Kugelhagen-Ballade wie man sie aus vergleichbaren südkoreanischen Filmen kennt. Es ist erstaunlich, wie oft sich der Held oder die Heldin allein und in zunächst aussichtsloser Position gegen eine Anzahl übermächtigen Gegner behaupten kann. Scheinbar unverwundbar stecken sie alles ein. So auch hier in einem perfekt gestylten und choreografierten, melancholischen Neo-Noir-Thriller mit dem vorhersehbaren Ende. Erwähnenswert ist allerdings das außergewöhnliche Profil der Charaktere sowie der eindrucksvolle visuelle Kontrast zwischen der hektischen, unwirtlichen Großstadt und der reizvollen, beschaulichen Ferieninsel.