Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

arte

Bagdad nach dem Sturm

von Alice Troughton – GB 2019 – 6 x 50 Min. - arte

Eine beklemmende und emotional eindrucksvolle Serie über untergegangene Kulturen, zerstörte Städte und zerbrochene Menschen. Bagdad 2003: Die US-amerikanische Invasion und der Sturz von Diktator Saddam Hussein bestimmen das Leben im Irak. Der alleinerziehende Ex-Polizist Muhsin al-Khafaji beginnt als Ermittler für die Briten und US-Amerikaner in der gesperrten Innenstadt zu arbeiten, da ihm die nötige medizinische Versorgung für seine nierenkranke Tochter Mrouj versprochen wird. Parallel sucht er nach Hinweisen auf seine verschollene Tochter Sawsan. Doch das Risiko ist groß: Muhsin, ehemals

ein Inspektor der irakischen Geheimpolizei, ist einer Verschwörung auf der Spur, in die auch eine seiner Töchter verwickelt ist. Bei der Suche nach ihr gerät er in ein Netz von Widerstandsaktionen, politischen Intrigen und kriminellen Machenschaften. Er kommt mehrfach in riskante Konfliktsituationen und hat es dabei nicht nur mit seinen eigenen Leuten und Kollaborateuren, sondern auch mit Kriegsverbrechern und skrupellosen Mitarbeitern der Militärpolizei samt ihren Söldnern zu tun.

Das Geschehen vermittelt sich aus dem Blickwinkel der Iraker – mit viel Sympathie und Selbstironie. Die zentrale Figur des Inspektors bewegt sich zwischen der Arroganz der Amerikaner, dem Überlegenheitsgefühl der Briten, den kriminellen Dschihadisten und dem Idealismus seiner Töchter, die sich von den Amerikanern Freiheit und Demokratie versprachen. In der Alltagsrealität herrschen allerdings Chaos und Willkür.