Katla
von Baltasar Kormakur – Island 2021 – 8 x 45 Min. – netflix
Die Vielschichtigkeit dieser bildgewaltigen Serie zu ergründen und zu beschreiben, ist mir zu anstrengend. Daher zwei treffende Zitate aus der Fachpresse:
„In der Science-Fiction-Serie Katla bricht der gleichnamige Vulkan im Süden Islands aus, das Städtchen Vik an seinem Fuß wird unter einer dicken Ascheschicht begraben und ein Fluss aus Gletscherschmelzwasser hat die ganze Region von der Hauptstadt Reykjavik abgeschnitten. In dem eingeaschten Ort harrt nur noch eine Handvoll Bewohner aus, darunter ein Polizist, eine Ärztin und ein Vulkanvorscher. Lange bleiben sie aber nicht alleine: Erst eine Frau, dann immer mehr Menschen, bedeckt mit einer Schicht aus Asche und Schlamm, kommen herunter von dem Vulkan und dem Gletscher. Manche der Gäste sind längst verstorbene, andere Doppelgänger von Menschen aus der Gegend. Was ist da los? Die abergläubische Hotelbetreiberin meint, es handele sich bei den Besuchern um Gestaltwandler, Mitglieder des verborgenen Volkes aus der altnordischen Mythologie … Die isländische Mythologie kennt tatsächlich solche Gestalten, sie werden Fylgia genannt, was etwa mit ‚Folgewesen’ übersetzt werden kann… Die Serie spielt sehr geschickt mit solchen Symbolen aus der nordischen Mythologie, lässt sie aber nicht zum Selbstzweck werden.“ (SZ/19.06.2021)
„Katla erzählt von Wiedergängern, die unerfüllte Sehnsüchte und Konflikte leibhaftig verkörpern. Neu ist dieses Motiv nicht… Zu einem Ereignis wird die Serie dank ihrer gespenstischen Kulisse. Im Hintergrund prustet der Vulkan gigantische Dampfwolken in den Himmel. Die von einer Ascheschicht bedeckte Landschaft erstrahlt, teilweise schneebedeckt, in einem seltsamen schwarzweißen Zwielicht.“ (epd-film/7/21)