Die Meute
von Juan de Dios Larrain und Pablo Larrain – Chile 2020 – 8 x 50 Min. – arte
Thema der chilenischen Drama-Serie ist die sexuelle und psychische Gewalt gegen Frauen. Konkret geht es hier um die Schülerinnen einer katholischen Privatschule in Santiago de Chile, die gegen das missbräuchliche Verhalten eines Lehrers protestieren. Ihre feministischen Forderungen provozieren einige Mitschüler, die einem Rugbyteam angehören und aus einflussreichen Familien stammen. Als Blanca, eine der Wortführerinnen der Schülerinnen plötzlich verschwindet, lenkt ihr Fall die polizeilichen Ermittlungen der Kommissarinnen Olivia Fernandez, Carla Farias und Elisa Murillo auf das Spiel des Wolfes: Ein Online-Spiel, das per Zufallsprinzip ausgesuchte junge Männer durch Mutproben dazu bringt, Frauen mit einem Wolf-Tattoo zu markieren und anschließend zu missbrauchen. Während sich Blancas Schwester Celeste eigenständig auf die riskante Suche nach der Verschwundenen macht, geraten auch die Ermittlerinnen immer mehr ins Visier der fanatischen Online-Spieler und Frauenhasser.
Nachhaltig erinnerlich bleiben die drei Protagonistinnen Olivia, Carla und Elisa, die im Verlaufe der vielschichtigen Handlung immer mehr Profil gewinnen. Ihre sehr unterschiedlichen Biographien, ihr nicht konfliktfreies Privatleben und ihre Energie bei den Ermittlungen und der Jagd nach dem Kopf des Online-Spiels stehen im Focus eines facettenreichen und spannenden Geschehens. Die Serie zeigt auch ein kritisches Bild einer sich im Umbruch befindenden chilenischen Gesellschaft, deren psychosoziale Fehlentwicklungen auf Spätfolgen der chilenischen Militärdiktatur unter Pinochet beruhen.
Enttäuschend ist die Auflösung. Der geübte Krimiserien-Fan ahnt schon ab ca. Folge 4 wer sich hinter der Maske des Drahtziehers verbirgt. Ist aber eigentlich auch egal, denn bei dem Online-Spiel der Wölfe ist diese Figur austauschbar. Weitere Folgen sind denkbar.
(17.06.20221)