Snow Angels
von Anna Zackrisson – Schweden/Dänemark 2021 – 6 x 55 Min. – One
Unmittelbar vor Weihnachten verschwindet im winterlichen Stockholm der fünf Wochen alte Säugling Lucas spurlos. Die überforderte Mutter Jenni ist drogenabhängig; Vater Salle bemüht sich mit allen Kräften, die Familie zu versorgen. Zu ihr gehören gehört noch die fünfjährige taube Tochter Nicole. Sie wohnen in einer tristen Hochhaussiedlung mitten in einer unwirtlichen Gegend.
Die mit der Ermittlung beauftragte Kommissarin Alice ist kinderlos, verbeißt sich hartnäckig in den Fall und muss sich nebenher mit privaten und beruflichen Problemen herumschlagen.
Verwickelt in dem weiteren Geschehen über die dunklen Seiten der Mutterschaft ist die einsame, sozial engagierte Kinderkrankenschwester Maria, der es zuvor nicht gelang, das Jugendamt zum Einschreiten zu überzeugen.
„Snow Angels – Spuren im Schnee“ ist weniger eine Krimi-Serie, sondern mehr ein spannendes, vielschichtiges Sozialdrama über drei widersprüchliche Frauen, ihrer Einsamkeit und ihren Selbstzweifeln. Im gesellschaftspolitischen Hintergrund spielen traditionelle Muster von Elternschaft, anerzogene Rollenbilder und Fragen nach Schuld und Verantwortung einen wesentlichen Teil der Handlung, in der die Suche nach dem verschwundenen Säugling akribisch und mit steigendem Spannungsbogen aufgearbeitet wird. Passend dazu das stimmige atmosphärische Ambiente der winterlich-düsteren Lichtverhältnisse als Kulisse für eine großangelegte Such- und Rettungsaktion, deren Ausgang und Auflösung überrascht.
Ein sozialkritischer skandinavischer Krimi in der Tradition von Sjöwall/Wahlöö bis Mankell.